Forschungsprojekt zeigt Potenzial für die industrielle Herstellung von Fleischalternativen
Alternative Proteinquellen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Ein gemeinsames Forschungsprojekt der Handtmann Geschäftsbereiche Anlagentechnik und Processing beschäftigt sich daher mit der Herstellung von Lebensmitteln auf Basis von Pilzmycel. Die Ergebnisse, die im Rahmen des HBC Innovationsforums vorgestellt wurden, zeigen vielversprechende Perspektiven für eine industrielle Umsetzung.
Im Fokus des Projekts steht die Entwicklung eines durchgängigen Produktionsprozesses für Fleischalternativen aus dem Mycel des Austernseitlings. In einer Demonstrationsanlage wird der gesamte Herstellungsprozess abgebildet - von der Kultivierung der Mycelbiomasse bis hin zur Weiterverarbeitung zu proteinreichen Lebensmitteln. Dabei werden Technologien und Kompetenzen aus den Handtmann Geschäftsbereichen Anlagentechnik und Processing miteinander kombiniert.
Die Herstellung basiert auf einem Fermentationsprozess, in dem Mycelbiomasse unter definierten Bedingungen kultiviert wird. Nach der Trennung von Biomasse und Flüssigphase erfolgt die Weiterverarbeitung mithilfe moderner Zerkleinerungs-, Misch- und Portioniertechnik zu endproduktfähigen veganen Lebensmitteln.
Ein wichtiger Projekterfolg ist bereits die Übertragung des Kultivierungsprozess auf einen Maßstab von 1.000 Litern. Analysen bestätigen einen hohen Proteingehalt sowie geeignete funktionelle Eigenschaften für die Lebensmittelverarbeitung. Die Ergebnisse belegen die technische Machbarkeit des Ansatzes und unterstreichen das Potenzial für eine industrielle Nutzung.
Am Projekt beteiligt sind die Hochschule Biberach, die Universität Hohenheim sowie die Handtmann Geschäftsbereiche Anlagentechnik und Processing. Begleitet wird das Vorhaben außerdem vom Start-up AEyeVis, das an Lösungen zur Inline-Prozessüberwachung von Mycel arbeitet und damit die Prozesskontrolle verbessern möchte.
Das Projekt verdeutlicht, wie sich bestehende Prozess- und Anlagentechnologien mit innovativen biotechnologischen Ansätzen verbinden lassen. Gleichzeitig leistet es einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung nachhaltiger Proteinquellen und eröffnet neue Perspektiven für die industrielle Lebensmittelproduktion der Zukunft.

